Freitagsansprache: Suche die Wahrheit und warte nicht auf andere

Angaben zur Ansprache

Titel: Suche die Wahrheit und warte nicht auf andere

Von: Abu Hamzah al-Afghani

Sprache: Deutsch

Anmerkung: Als Erleichterung für den deutschsprachigen und auch den nicht-muslimischen Zuhörer wurde es vorgezogen, eine gekürzte Fassung zur Verfügung zu stellen, bei der vor allem längere arabische Teile weggekürzt wurden.

Die eigentliche Ansprache besteht aus zwei Teilen, dazwischen eine kurze Pause. Am Ende folgt das Gebet mit Rezitation von Versen aus dem Koran, welche meistens auch einen Bezug zum Thema haben oder in der Ansprache erwähnt werden.

Die im deutschen Hauptteil der Ansprache zitierten arabischen Quelltexte unterbrechen den Redefluss nicht nennenswert und werden immer übersetzt.

Am Ende dieser Seite befinden sich die Quellenangaben und eventuelle Anmerkungen, die für eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema nützlich sein können.

Gehalten am: 18.07.2014

Neu veröffentlicht: 2020

Ort: al-Iman-Moschee in Wien

 

Audio-Datei

MP3-Download (Rechtsklick)

Die vollständige Aufnahme mit arabischer Einleitung und Gebet – sofern in der Aufnahme vorhanden – kann hier angehört bzw. (mit Rechtsklick) heruntergeladen werden.

 

Anmerkung zu den beiden am Anfang erwähnten Versen des Qur’an (16:43 und 21:7)

Die Ayah, die ich am Anfang dieser Khutbah erwähnt habe, spricht laut den Erklärungen der frühen Mufassirin darüber, dass die Muschrikun – bzw. viele von ihnen – damals nicht akzeptierten, dass Allah einen Menschen zur Verkündung der Botschaft entsenden könnte. Sie erwarteten einen Engel hierfür. (Das bezieht sich auf beide Verse im Qur’an, in denen dieser Wortlaut vorkommt.)

Dies wird von ibnu Abbas (رضي الله عنهما), Mujahid und anderen (رحمهم الله) überliefert.

Allahu ta’ala sagt ihnen hiermit, dass sie die Leute der Schrift, die das Wissen darüber hatten, befragen sollen. Denn diese waren sich alle darüber im Klaren, dass Allah immer schon Menschen zu diesem Zweck entsandt hat.

Jedoch argumentieren die Gelehrten trotzdem mit dieser Ayah allgemein dafür, dass man als Muslim das Wissen bei den vertrauenswürdigen Gelehrten der Muslime suchen und erfragen soll.

Denn wenn den Muschrikin zu dem oben genannten Thema schon gesagt wurde, dass sie die Ahlu-l-Kitab befragen sollen, weil diese darüber Wissen besaßen, dann muss der Muslim umso eher die islamischen Gelehrten fragen, wenn er etwas über den Islam nicht weiß, anstatt etwas Falsches von sich selbst aus zu sagen.

Die Ayah spricht also über eine spezielle Situation, jedoch auch über ein allgemeines Prinzip. Das ist hier bezweckt.

Und es sollte beachtet werden, dass es grundsätzlich nicht um die Erklärung der Ayah ging, sondern darum, eine falsche Argumentation im Zusammenhang mit dieser Ayah aufzuzeigen und zu besprechen.

Wallahu a’lam.

 

Quellen

Qur’an:

Sure 16 | Vers 43

Sure 21 | Vers 7

Sure 93 | Vers 10

Überlieferungen (Sterbedaten n. H.):

Abdullah ibnu l-Mubarak (181): az-Zuhd

Yahya ibn Ma’in (233): at-Tarikh

Al-Bukhari (256): Sahih al-Bukhari

At-Tabarani (360): al-Mu’jam al-kabir

Ibnu Battah (387): Ibtalu l-Hiyal

Abu Nu’aim (430): Hilyatu l-Auliya’

 

Quellenangaben zu den arabischen Texten

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