Der Respekt gegenüber dem Propheten

Der Prophet ﷺ wird bei Muslimen in hohen Ehren gehalten, als Prophet und als Mensch, jedoch keinesfalls als Angebeteter oder Sohn Gottes, wie dies viele Christen in Bezug auf ‛Īsā (Jesus) عليه وعلى نبيّنا الصلاة والسلام handhaben.

Letzteres ist aus Sicht der Muslime eine gewaltige Verletzung des Rechtes Allahs (!) und wäre somit auch keinesfalls eine Ehrung des Propheten Muhammad ﷺ.

Jener angemessene und erforderliche Respekt gegenüber dem Propheten ﷺ jedoch erfordert zwingend, dass der Muslim ihm gegenüber deutliche Liebe empfindet, ähnlich der Liebe eines Menschen zum eigenen Vater und darüber hinaus, da der Muslim seine Rechtleitung über die Verkündung durch den Propheten ﷺ erhalten hat.

(Hadīthe darüber sind an sich bekannt und befinden sich z.B. im Sahīh-Werk von al-Bukhārī im Buch des Īmān).

Dies erfordert auch ohne Zweifel, dass der Muslim die Verunglimpfung und Beleidigung des Propheten ﷺ mit dem Herzen ablehnen und verabscheuen MUSS.

Diese Dinge gehören zum Mindestmaß des Īmān an die zweite Schahādah, in der jeder Muslim bezeugt, dass Muhammad ﷺ der Gesandte Allahs ist.

Wer keine Ablehnung für obengenannte Dinge in seinem Herzen empfindet, ist kein Muslim.

Das ist eigentlich eines der klarsten Dinge überhaupt im Zusammenhang mit dem zweiten Glaubensbekenntnis. Es ist eine theologische Selbstverständlichkeit.

Die Liebe zum Propheten ﷺ erfordert auch, seine Sunnah und den Tauhīd zu lieben

Manche fordern nun von jedem einzelnen, er oder sie müsse sich ebenfalls irgendwie öffentlich zu oben angesprochenen verunglimpfenden Darstellungen usw. äußern. Wenn jemand dazu nicht ausdrücklich etwas sagt, reagieren die Leute mit Unverständnis, wobei vielleicht 50 Millionen Menschen sich dazu äußern und die Ablehnung solcher Beleidigungen an sich eine völlig klare Sache für jeden Muslim ist.

Die Sache ist aber: Ein NOCH GRÖßERES Problem liegt darin, dass sehr viele Menschen heute keine Ahnung von der Sunnah haben, die wichtigsten Inhalte der Lehre des Propheten ﷺ mit Füßen treten und dagegen Kufr begehen. Und hier stellt sich die Frage: Wo war die ganze Zeit über der große Einsatz all dieser Leute zur Verteidigung der Ehre des Propheten ﷺ?

Wenn man heute zum Tauhīd aufruft, wird man als Verrückter abgetan, und zwar häufig von genau den Leuten, die jetzt ganz groß meinen, den Propheten ﷺ zu verteidigen!

Und wenn man bezüglich jeder Einzelperson die Frage aufwirft, wo denn ihr Einsatz für den Propheten ﷺ war, lautet die Gegenfrage: Der Tauhīd, das Recht ALLAHS (!) wird Tag und Nacht verletzt. Wo war ihr Einsatz dafür? Wo waren ihr Lernen und Lehren des Islam, des Tauhīd und der islamischen Wissenschaften? Wo war ihre Da‛wah (mit Wissen und nicht mit Jahl, der mehr Schaden als Nutzen bringt)?

Der Punkt ist: Es ist nun mal sehr einfach den Propheten ﷺ im Internet zu verteidigen, wenn zig Millionen gerade dasselbe tun. Aber ihn ﷺ, seine Sunnah und den Tauhīd als wichtigste Lehre von ihm zu verteidigen, während man kaum jemanden findet, der das tut, und wofür man überall als Spinner abgestempelt wird von all diesen Millionen … darin liegt enorme Schwierigkeit.

Möge Allah uns also von den Leuten sein lassen, die den Propheten ﷺ nicht nur dann verteidigen, wenn es gerade eine große Masse tut und nicht nur in den Dingen, die von allen geteilt werden. Āmīn.

Die Liebe zu allen Propheten عليهم السلام

Es sollte klar sein, dass es sich bei jenen Zeichnungen, die weltweit immer wieder die Gemüter erhitzen, um nichts anderes handelt, als irgendwelche lächerlichen Vorstellungen, die einem kleingeistigen Verstand entspringen, der offenbar irgendwo in seiner Entwicklung stehen geblieben ist. Nichts zu tun hat das Ganze jedenfalls mit dem Propheten ﷺ. Deshalb sollten Muslime dieses absurde Gekritzel nirgends als Karikaturen von ihm ﷺ bezeichnen.

Wörter wie z.B. „Karikaturenstreit“ sind hingegen keine klare Zuordnung und deshalb kann man dieses Wort z.B. auch verwenden, um diese absurde Problematik zu beschreiben.

Ebenso sollte darauf hingewiesen werden, dass es für einen Muslim nicht in Ordnung ist, das Gekritzel zu teilen bzw. weiterzuschicken.

Es wird ausdrücklich erwähnt in späteren Büchern der islamischen Geschichte, dass von damaligen Aussagen, wie z.B. Schmähgedichten, die gegen den Propheten ﷺ gerichtet waren, nichts übrig geblieben ist, weil die Muslime diese Dinge bewusst nicht verbreitet hatten.

Wenn einige Nicht-Muslime mit absonderlichem Benehmen unter dem Deckmantel der angeblichen Meinungsfreiheit solche Dinge schon verbreiten, dann zählt für Muslime umso mehr, dass sie davon nichts verbreiten.

Zu dieser Themtik gehört auch, dass man z.B. verunglimpfende oder beleidigende Rede über irgendeinen Propheten wie z.B. ‛Īsā/Jesus oder Mūsā/Moses – Friede, Segen und Lob Allahs auf ihnen allen – oder z.B. eine rechtschaffene Persönlichkeit der Salaf nicht verbreiten soll.

Dies zählt auch dann, wenn man so eine Aussage nur zitiert oder ein Beispiel geben will. Z.B. kann es sein, dass manche Leute sagen: „Wenn jemand beispielsweise über Jesus … sagt, dann kann er kein Muslim sein“, und dabei etwas Beleidigendes zitieren.

Die Aussage an sich stimmt, denn wer einen Propheten beleidigt, im Wissen darüber, dass es sich um einen Propheten handelt, der hat dadurch eine Tat/Aussage von den Nawāqidu l-Īmān begangen/getätigt, also von den Dingen, die den Īmān aufheben. Jedoch wäre es ein klarer Fehler, wenn ein Muslim während dieser Aussage grundlos etwas Beleidigendes über diese ehrbaren Propheten zitiert.

Es erschien wichtig in der aktuellen Situation, die Muslime für diese Dinge zu sensibilisieren. Große Vorsicht und Sensibilität in diesen Dingen ist ein Zeichen des Īmān einer Person und des guten islamischen Verhaltens (al-Ādābu wa-l-Akhlāqu l-islāmiyyah).

Wallāhu a‛lam … und Allah weiß es am besten.